”Review mit kleinem Bonus"
Artist: Deathronic
Herkunft: Paris, Frankreich
Album: Duality Chaos
Spiellänge: 24:31 Minuten
Genre: Symphonic Death/Black Metal
Release: 28.01.2013
Label: Mighty Music
Link: https://www.facebook.com/deathronic
Bandmitglieder:
Alles – Amine Andalous
Tracklist:- Ephemere
- Bloody Lust
- Kalila wa Dimna
- Disharmonia - Part I
- Disharmonia - Part II
- Anno 1423
- Kalila wa Dimna (No Vox Mix)
Wie die Zeit vergeht: Ende Januar erschien das Erstlingswerk
Duality Chaos von
Deathronic und ehe man sich versieht ist März. Doch auch wenn die CD seit ein paar Wochen schon auf dem Markt ist, an Brisanz hat das Release nicht verloren und sollte, so viel sei schon einmal verraten, vom ein oder anderen Leser getestet werden, denn der Franzose
Amine Andalous, der hinter dem Projekt steckt, wird garantiert rapide an Bekanntheit zulegen.
Dabei spricht auf dem erstem Blick gar nicht so viel für
Deathronic: Drei Jahre hat der Herr benötigt, um die erste EP fertig zu stellen. Drei Jahre für knapp 25 Minuten Spielzeit. Davon geht etwas mehr als die erste Minute direkt für ein eher belangloses Intro drauf und in etwa dieselbe Spielzeit für
Disharmonia Part I, das ungefähr gleich belanglos ist und weitere knapp sechs Minuten für ein Lied, auf das ich gleich zu sprechen kommen möchte. Summa summarum macht das also schnuffelige 18 Minuten Nettospielzeit. In drei Jahren. Beim Debütalbum würde ich vermutlich graue Haare haben, wenn ich denn noch welche hätte.
Klingt vorwurfsvoll? Ist es auch! Denn die 18 Minuten „richtige Lieder“ sind herausragend gut. Vor allem
Bloody Lust mit seiner Kombination aus
Rammstein-Riffs und fast schon butterweicher Sologitarrenmelodie ist ein richtiger Ohrwurm. Dazu schön dreckiger Gesang und fertig ist das Lied! So einfach kann so gute Musik gemacht werden.
Kalila wa Dimna fängt dann erst mal mit fernöstlichem Gesang an, bevor der nächste
Rammstein-Riff einsetzt, der mindestens genauso fett klingt wie der aus dem Vorgängerlied. Auch das Lied wird zum Ohrwurm, wobei ich
Bloody Lust einen Tacken stärker finde.
Disharmonia - Part II schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber nicht mehr ganz so brachial, wobei es auch seine brutalen Stellen hat. Damit beweist
Andalous, dass er Fingerspitzengefühl hat und innerhalb seines Schemas variieren kann und so zusätzliches Interesse kreiert.
Anno 1423 ergänzt die Musik dann noch um klaren Gesang, der ein wenig an
Ewigheim erinnert. Vor allem der Refrain geht ins Ohr, womit drei der vier Lieder Ohrwürmer sind. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich bedeutet jeder Ohrwurm potenziell eine oder mehrere schlaflose Nächte… Drei auf einmal sorgen also automatisch für Augenringe.
Das Lied, auf das ich nicht eingegangen bin, ist das „wirkliche“ Outro:
Kalila wa Dimna (No Vox Mix). Okay, die Spielzeit ist, wie gesagt, wirklich sehr mager, aber einfach noch einmal ein Lied mit auf die CD packen, nur weil kein Gesang dabei ist, damit man an den 25 Minuten knabbert? Wirklich? Es ist ja gang und gäbe, dass am Ende einer EP ein Cover steht, ich allerdings finde hier nur ein gesangsloses Stück vor. Eine Aufforderung zum Covern? Challenge accepted! Sollte ich in den nächsten Tagen endlich die Zeit finden, wird ein Cover nachgereicht.
Fazit: Wer auf der Suche nach frischem Wind ist, kommt an
Deathronic nicht vorbei. Das Projekt gehört aus meiner Sicht zu den wenigen Ausnahmen, denen ich in Zukunft kommerziellen Erfolg zutraue und dem ich es gönnen würde. Bekannte Elemente werden intelligent kombiniert und zu einem Signaturklang verbunden, der richtig Spaß macht. Die brachialen Riffs kennt man natürlich von den obengenannten
Rammstein, allerdings kann ich mir gut den Neid im Gesicht vom
Lindemann vorstellen, wenn er die Riffs hört.
Deathronic kann ich nicht nur einem bestimmten Publikum empfehlen, hier kann jeder zugreifen, der die NDH-Band, Death Metal, Black Metal (ausgenommen die „truen“) oder melodischen Metal mag. Ich für meinen Teil bin gespannt, ob das Debüt länger als 30 Minuten wird.
Anspieltipps: Kalila wa Dimna,
Bloody Lust
Bewertung: 9,5 von 10 Punkten
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