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Konzertberichte   hell:on
26.02.2013 von Rene


”Chaos. Fucking Great Chaos!”



Band: Damnation Defaced

Vorbands: Echoes Of Devastation & Honey, I Kill You

Location: Tunis Discothek, Marx

Homepage: http://www.tunis-discothek.de/

Datum: 23.02.2013

Einlass: 19:00 Uhr / Konzertbeginn: 20:00 Uhr

Kosten: AK: 5 €

Besucher: ca 70

Veranstalter: LUCA Events (http://www.facebook.com/LUCAEvents)



Mehr LineUp-Änderungen im Vorfeld eines Events sind kaum möglich: Beim Bone Crash Fest fielen gleich drei Bands aus gesundheitlichen Gründen aus. Neben Battue und Monster mussten auch To The Marrow ihren Auftritt canceln. Trotz der widrigen Umstände konnte der Veranstalter LUCA das LineUp dreimal wieder auffüllen und so stehen am heutigen Abend drei gesunde Kombos auf der Bühne im ostfriesischen Marx.



Den Anfang machen Honey, I Kill You, die im Nordwesten Deutschlands ansässig sind und mit einfach gestricktem Death Metal auf Beutezug gehen. Sänger Björn B. zwängt sich für die körperbetonte Show in ein hautenges Kleid, welches rein optisch nicht der schönste Anblick für Frau und Mann ist. Den Mix aus Gore und Death Metal kann man sacken lassen, allein die Tatsache, dass Honey, I Kill You die Wikinger Amon Amarth covern, ergibt ein denkwürdiges Schauspiel. Rein musikalisch sind die vier Musiker zwar kein Ohrenschmaus als Einheizer zu Beginn eines Konzertabends jedoch ein guter Griff, um die Stimmung von Beginn an zu puschen.



Echoes Of Devastation, gestern noch mit Damnation Defaced die Doppel CD-Release-Party gefeiert, lassen es heute spontan im Tunis krachen. Die brandneuen Stücke des Salt Of Your Tears-Albums spielen dabei – ebenso wie auch ältere Stücke - eine wichtige Rolle. Der Todesblei, den die Munsteraner anstimmen, bewegt sich irgendwo zwischen Kataklysm und älteren Illdisposed-Hits, die eine gute Portion von eigenen Einflüssen abbekommen haben. Gesanglich variieren Echoes Of Devastation dabei durch kraftvolle Growls von Sänger Florian, der tatkräftig von fiesen Backvocals unterstützt wird. Satter, dicht gedrungener Sound scheppert von der Bühne und lockert die meisten Nacken der anwesenden Headbanger, die zufrieden am Bier nippen und den Kopf im Takt bewegen. Ein gelungener Auftritt, der den ein oder anderen Besucher den Namen Echos Of Devastation dick und fett auf die Merkliste schreibt.



Nach einer so guten Vorlage müssen Damnation Defaced eine Schippe drauflegen. Das Intro erklingt und zeigt, dass die Band um den heute spielenden Gitarristen Lutz Gudehus technisch hoch versiert sind. Der Gitarrensound ist stark, der Bass drückt die Geräuschkulisse schwungvoll in die Ohren und Sänger Philipp Bischoff macht seinem The Crown-T-Shirt alle Ehre und röhrt wie die schwedischen Death Metaler ins Mikrophon. Feine Sampler mischen den Old School Death Metal-Sound auf, ohne dabei die Härte der Musik zu verfälschen. Ein professionelles Bühnenbild, stetige Bewegungen auf der Stage und permanente rhythmische Todes-Attacken hinterlassen durch die Bank weg ein positives Feedback der rund 70 Besucher, die trotz des starken LineUp-Wechsels ordentlich Spaß an der musikalischen Untermalung haben. Nach diesen drei ansprechenden Auftritten gibt es für alle, die noch nicht genug haben, Metal aus der Konserve, die mit den Musikern der einzelnen Bands begossen werden kann.

Fazit: Ein Bandausfall ist für jeden Veranstalter ein Grauen, doch wenn der Ersatz ausfällt und noch eine Band gesundheitlich kapitulieren muss, liegen die Nerven blank! Das LineUp kurz vor knapp mit drei motivierten Bands wieder aufzufüllen, ist aller Ehre wert und mal ehrlich: Am heutigen Abend hätte keiner gemerkt, dass der Ablauf nicht einmal ansatzweise so geplant war. Hungrige Metalheads hatten Spaß an harten Riffs, brutalen Vocals und fetten Doublebass-Passagen. LUCA Concerts haben alles richtig gemacht und im gleichen Atemzug gezeigt, dass im Metal auch chaotische Verhältnisse in positive Momente verwandelt werden können!

pt


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