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Interviews   Asylum Pyre (Deutsche Version)
19.02.2013 von Gordon







Artist: Asylum Pyre



Herkunft: Frankreich

Genre: Progressive Melodic Metal

Label: Massacre Records

Link: http://www.asylumpyre.com

Bandmitglieder:

Gesang – Chaos Heidi
Gitarre, Gesang – Johann Cadot
Gitarre – Hervé Schiltz
Bass – Julien Peuch
Keyboard – Tony Decaillon
Schlagzeug – Vince Kreydaer

Time For Metal / Rene:
Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag,, Asylum Pyre,
ihr habt am 07.12.2012 euer aktuelles Album Fifty Years Later veröffentlicht, weshalb wir heute zusammen gekommen sind. Als erstes stellt euch bitte unseren deutschsprachigen Lesern vor, die euch noch nicht kennen sollten.


Asylum Pyre / Johann:
Hi! Zu allererst: Danke für die Erlaubnis, mit euch ein Interview zu führen! So, wir sind Asylum Pyre aus Frankreich. Die Band existiert seit 2006. Wir spielen melodischen Metal mit Spuren von Progressive, Symphonic, Akustik, Ambient, Speed, Power… Melodie und Emotionen sind die Hauptthemen unserer Musik. Es war schon immer schwierig, unseren Style in wenigen Worten zu erklären – sowohl für uns als auch für Reviewer! Deshalb: Hört euch unsere Musik an und sagt uns, was es ist!



Time For Metal / Rene:
Gegründet habt ihr euch 2006, seitdem wurde eine Demo (Whispers Of The Power (2007)) und das erste Album Natural Instinct (2009) eingespielt. Mit Fifty Years Later steht somit erst der zweite Longplayer in den Plattenläden. Welche Erfahrungen konntet ihr aus den vergangenen Produktionen ziehen und im neusten Werk umsetzen?


Asylum Pyre / Johann:
Bezüglich der Erschaffung der Musik: Es gibt immer Leute außerhalb der Band, die in der Lage sind, deine Musik und dein Universum zu verstehen, aber wer ist in der Lage, deine Musik mit Aufrichtigkeit auszuwerten und zu kritisieren? Sei nicht engstirnig und akzeptiere die Visionen anderer Leute. Viele Personen sind in der Lage, die Grundlagen von Musik zu erschaffen, aber diese Musik wurde mit Hilfe von anderen Leuten auf ein höheres Level gebracht! Nutze erfahrene Leute, die mit ihrem Verstand sprechen und unerfahrene Leute, die mit ihrem Herzen sprechen! Aber das alles bedeutet nicht, dass du vergessen sollst, was du mit der Musik machen möchtest. Nimm Ratschläge an und nutze sie, um deine Musik besser zu machen, aber verändere nicht ihre Seele, wenn du verstehst, was ich meine.

Das andere Ding ist: Du musst arbeiten, arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten! Gib niemals auf! Ein Album zu machen und deinen Weg durch das Musikgeschäft zu bahnen, ist nicht bloß eine Sache der Musik…. Du musst mit Personen handeln, dem Management, Geld, Graphiken, Websites, Konzertorganisationen, usw…. Leben! Viele Leute vergessen diese Punkte…


[COLOR=lavender] Time For Metal / Rene:
Um euren deutschen Fans einen genauen Eindruck eures Vorgehens bei Fifty Years Later zu vermitteln, würde ich gerne mit euch zusammen die einzelnen Entwicklungsphasen durchlaufen. Da steht an erster Position das Songwriting, welches maßgeblich am Erfolg beteiligt ist. Wie sammelt ihr neue Ideen für eure Songs und baut diese in die Stücke ein?


Asylum Pyre / Johann:
Meistens komme ich zu der Band mit einer Liedstruktur, Gesangsmelodien und Lyrics und dann arrangieren wir die Lieder zusammen. Manchmal fügen wir Teile hinzu oder schneiden welche raus. Manchmal verändern wir eine Melodie oder einen Riff. Wir versuchen die Lieder in Proben und auf Demos immer und immer wieder, bis wir etwas haben, das wir alle mögen und dann im Studio… ändern wir wieder alles, weil mir mehr Möglichkeiten zum Testen haben!!! Manchmal bringen andere Bandmitglieder Ideen mit und wir vervollständigen das Lied und arrangieren es dann zusammen wie bei The Herd oder Just Before The Silence. Soweit es mich betrifft, habe ich keine Ahnung, wo wir unsere neuen Ideen herbekommen. Ich spiele bloß oder denke und plötzlich sind sie da!



Time For Metal / Rene:
Wir werden von unseren Lesern oft gefragt, was sich hinter der Musik verbirgt und was der Künstler damit ausdrücken möchte. Zudem interessieren sich die Fans auch dafür, ob die eigene Interpretation mit den gewollten Aussagen der Musiker überinstimmt. Könnt ihr bei einem kleinen Track-By-Track eurer Gedankengut zu Fifty Years Later durchleuchten und Licht ins Dunkel bringen?


Asylum Pyre / Johann:
Ich versuche die Lyriks so klar wie möglich zu gestalten. Ich mag es nicht, wenn die Leute sagen: „Ich lasse den Hörer seine eigenen Ideen machen“. Wenn ich das lese, denke ich, dass der Mann keine Bedeutung in seinen Lyrics hat, er packt bloß Worte zusammen und hat keine Aussage. Das ist zu einfach. Deshalb versuche ich, die Nachricht deutlich zu gestalten. Ich bin auf der Welt viel rumgekommen, ich habe eine Menge gelesen und ich habe nach einer Menge Informationen gesucht und jetzt bin ich sehr besorgt über die Zukunft unseres Planeten.
In der Einleitung Will You Believe Me spreche ich zu Personen, die sagen, dass die Ökologen zu pessimistisch sind. Ich denke traurigerweise, dass Ökologen bloß realistisch sind. Deshalb habe ich einen Charakter 50 Jahre in die Zukunft gesetzt, der über unsere Gegenwart spricht. Die Aussage ist „Du hättest auf mich hören sollen!“. Bei Dead In Copenhagen spreche ich über die Koppenhagener Konferenz von 2009. Die ganze Welt hat auf echte Entscheidungen gehofft, die unsere Zukunft betreffen und nichts ist passiert. Alles wurde von ökonomischen Entscheidungen beherrscht. Der Song ist Raoni und seinem Kampf gewidmet. Bei The Frozen Will treffen wir ein Mädchen, das die Hoffnung in das Leben und in die Menschen verloren hat… aber wir sagen ihr, dass sie nicht allein niedergeschlagen ist und dass wir ihr vielleicht helfen können. Bei These Trees spreche ich über die Zerstörung des Regenwaldes. Das Lied ist an Francis Hallé gerichtet, einen französischen Forscher, der sein Leben dafür genutzt hat, für den Regenwald zu kämpfen. Und ich stimme ihm vollständig zu. Bei The Herd ist der Hauptcharakter die aktive Faulheit. Also Menschen, die ihre Energie dafür verwenden, die Augen zu schließen und nicht die Beweise zu sehen. Fisherman´s day ist an alle Menschen gerichtet, die auf Inseln leben, die bald durch den Anstieg des Meeresspiegels versinken werden und deren Hauptressource, Fisch, durch intensives Angeln zerstört wird. Against The Sand handelt von einem Paar, das bis zum Ende verbunden ist und die Zerstörung des Lebens und des Planeten miterlebt. Es ist außerdem ein Lied über die Zeit, die uns älter macht… und…du siehst, was ich meine. Any Hypothesis ist etwas anders, es ist über all die Fragen, die wir haben und über das Fehlen der Antworten. Zu jedem dieser Subjekte ist jede Hypothese möglich. Es gibt Fragen, die mir hier und da in den Sinn kommen und die in irgendeiner Art und Weise auf das Leben und unseren Planeten bezogen sind. Just Before The Silence richtet sich an ein paar arme Ökologen, die in Südamerika getötet wurden…weil sie Ökologen waren und somit eine Gefahr für einige Leute und Ökonomische Interessen darstellten. Deshalb stelle ich mir vor, was in ihren Köpfen vorging, als sie die Drohbriefe erhalten haben. Zu guter Letzt ist Fifty Years Later bloß eine Vision, wie die Erde in 50 Jahren aussehen könnte… Nicht wirklich ein netter Platz zum Leben. Das war jetzt eine lange Antwort, aber die Frage fragte danach!



Time For Metal / Rene:
Nach harter Arbeit ist das Meiste geschafft: Ihr haltet das erste Mal die neue in der Scheibe in den Händen. Was für ein Gefühl hat man als Musiker, wenn man sein Baby das allererste Mal in den Händen halten darf und im gleichen Atemzug aber weiß, dass es bis zur Veröffentlichung noch unzählige Tage sind?


Asylum Pyre / Johann:
Ich halte diese Antwort kurz, um die vorherige auszubalancieren! Am Ende sind wir nur ausgelaugt und leer… Und die Veröffentlichung zu erwarten ist bloß… eine Frustration und eine Qual!!



Time For Metal / Rene:
Der Tag der Veröffentlichung ist endlich erreicht und die ersten Metalheads erwerben im Internet oder beim regionalen Händler des Vertrauens Fifty Years Later. Dabei springt ihnen zuerst das interessante Cover ins Auge, das sie schon in den News der letzten Wochen bewundert haben. Stammt der Cover direkt aus der Hand von Asylum Pyre oder habt ihr es von einem externen Künstler erstellen lassen?


Asylum Pyre / Johann:
Wir werben einen externen Künstler an. Sein Name ist Alexandre Chaigne Er hat auch das Cover für unser erstes Album entworfen. Er ist sehr talentiert. Wir diskutieren eine Menge, ausgehend von unserer ersten Idee und dann entwirft er etwas, das wirklich unsere Welt darstellt! Ich möchte ihm erneut danken.



Time For Metal / Rene:
Nach dem das Album im Kasten ist, läuft bei den meisten Musikern die nächste Phase an und es geht auf Tour, um den Fans den neuen Stoff auch live um die Ohren zu hauen. Wie sieht es bei euch aus: Nehmt ihr erstmal eine Auszeit oder stürzt ihr euch direkt auf die Bühnen der Welt?


Asylum Pyre / Johann:
"Auf die Bühnen der Welt" ist nicht exakt das, was ich sagen würde. Es ist wirklich hart und teuer, das zu tun. Deshalb, traurigerweise, haben wir bisher ein Dutzend Shows in Frankreich geplant und angefangen, Shows in der Schweiz, Belgien, Deutschland oder Italien zu planen. Die ganze Liste gibt es auf unsere Homepage: http://www.asylumpyre.com



Time For Metal / Rene:
IIn Deutschland sind Metal Open Airs nicht mehr wegzudenken, dürfen wir euch im Sommer 2013 das ein oder andere Mal unter freiem Himmel bewundern?


Asylum Pyre / Johann:
Unglücklicherweise ist dies noch nicht geplant aber wir würden es uns wirklich wünschen!



Time For Metal / Rene:
Ihr habt seit eurer Gründung 2006 mittlerweile sieben Jahre Banderfahrung in den Knochen, möchtet ihr einmal über eure positiven und negativen Erfahrungen im Musikbusiness sprechen?


Asylum Pyre / Johann:
Deinen Musikgeschmack mit Leuten zu teilen, wenn du eine Show spielst oder wenn du chattest oder eine Frage für ein Interview beantwortest, ist mit Sicherheit der beste Part der Musikwelt. Zusammen mit DORO bei einer ausverkauften Veranstaltung zu spielen war… großartig! Der schlimmste Teil ist, wie überall, dass das Geld regiert… Und heutzutage ist es mit illegalen Downloads schlimmer als je zuvor. Deshalb musst du kämpfen und an jedem Tag deines Lebens Opfer bringen. Wie ich bereits zuvor gesagt habe: Das Musikgeschäft ist nicht nur auf Musik bezogen, es geht auch um Management, Opfer und Geld. Du musst solide sein, um dem Ganzen zu begegnen. Musik und Talent reichen nicht aus… von den Leuten, die töten würden, um erfolgreich zu werden, ganz zu schweigen!



Time For Metal / Rene:
Ich bedanke mich für eure offenen Worte. Abschließend habt ihr die Möglichkeit, das Wort direkt an eure Fans und unsere Leser zu richten! Ich wünsche euch alles Gute für das Jahr 2013 und die weitere Zukunft!


Asylum Pyre / Johann:
Wir freuen uns darauf, in Deutschland und überall zu spielen. Hoffentlich passiert das bald! Wir möchten euch treffen und unsere Musik und Energie mit euch teilen. Ich danke euch noch einmal aus tiefstem Herzen für dieses Interview! Macht's gut!


pt


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