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Konzertberichte   Wacken Open Air 2012 vom 02.08. - 04.08.2012 / Teil 1
11.08.2012 von Cyras

Autoren: CyR4S , Gordon , Maddin , Piety & ric1452

”Spiel, Spaß und Spannung - Das Wacken Open Air 2012! - Teil 1”



Eventname: Wacken Open Air 2012/ Das 23.

Bands:
Agro, Amaranthe, Amon Amarth, Athonite, Aura Noir, Axel Rudi Pell, Betontod, Blaas of Glory, Blechblos'n, Broilers, BugGirl, Channel Zero, Chthonic, Circle II Circle, Cold Snap, Coroner, Corpse Garden, Cradle of Filth, Crimes of Passion, D-A-D, Danko Jones (Spoken Word), Dark Funeral, Darkest Hour, Dead by April, Decapitated, Delain, Devil's Note, Diablo Swing Orchestra, Dimmu Borgir, Dio Disciples, Disquiet, Djerv, DRI, Ease of Disgust, Edguy, Electric Hellride, Electric Wizard, Eisenherz, Endstille, Epsilon, Eschenbach, Exuviated, Faanefjell, Fateful Finality, FDJ, Forbidden, Frantic Amber, Gamma Ray, Gehenna, Ghost Brigade, Gone Postal, Gothic, Graveyard, Hamferd, Hammercult, HammerFall, Helmut, Henry Rollins (Spoken Word), Hone your Sense, In Extremo, In Flames, Ingrimm, Inquisitor, Insomnium, Jim Breuer, Kamelot, Kellermensch, Keule, Kobra and the Lotus, Kylesa, Leaves’ Eyes, Leningrad Cowboys, Liquid Meat, Lord Shades, Machine Head, Mambo Kurt, Manimals, Manticora, Massacre, Megaherz, Midnight Priest, MindthreaT, Ministry, Mono Inc., Moonspell, Napalm Death, Nasum, Oomph!, Opeth, OverKill, Opifex, Panteón Rococó, Paradise Lost, Rain Shatter, RavenBlood, Red Fang, Riotgod, Russkaja, Rust2Dust, Sacred Reich, Santiano, Sanctuary, Saor Patrol, Saxon, Schandmaul, Scorpions, Sepultura mit Les Tambours du Bronx, Shredhead, Sick Of It All, Six Feet Under, Skyline, Suffocated, Suicide Silence, Sylosis, Testament, The Black Dahlia Murder, The BossHoss, The Falling, Torfrock, U.D.O., Unearth, Victims of Madness, Vogelfrey, Volbeat, Volksmetal, Volxrock, Wacken Open Air Firefighters, Warbringer, Warpath, Warrior Soul, Watain, We Butter the Bread with Butter, Weto, Winterfylleth, Winterstorm, Wölli und die Band des Jahres, Yaksa, Zygnema

Running Order: Wacken Open Air 2012 Running Order

Location: Wacken, Nähe Itzehoe, Schleswig-Holstein, Deutschland

Homepage: http://www.wacken.com

Datum: 02.08.2012 - 04.08.2012

Einlass: Dienstag ab 15 Uhr, danach 24/7, Großteil der Stände ab 10:00 Uhr bis spät in die Nacht (teilweise 5:00 Uhr) offen / Konzertbeginn: größtenteils ab 11:00 Uhr bis 03:00 Uhr nachts

Kosten: VVK als X-Mas Special: 130 € + 10 € VVK-Gebühr; Restlicher VVK: 150 € + 10 € VVK-Gebühr

Kosten des Festivals: ca. 10 Million Euro

Besucher: 86.000 Menschen, davon 75.000 zahlende Besucher sowie 10.780 weitere Teilnehmer (gefühlt: ca. 115.000)

Größe des Geländes: ca. 240 Hektar (324 Fußballfelder)

Anzahl der Bands: 138 inkl. Comedians

Bühnen: Neun Stück: Black Stage, True Metal Stage, Party Stage, W.E.T Stage (im Bullhead City Circus), Headbanger Stage (im Bullhead City Circus), Wackinger Stage, Beergarden Stage, Bühne im Metal Markt-Zelt und Presse Bühne (im Pressebereich)

Sanitätsdienst: ca. 600 Mitarbeiter

Feuerwehr: 23 Wehren mit rund 650 Kameraden im Einsatz

Bierausschank: ca. 100.000 Liter

Müll: ca. 600 - 700 Tonnen

Anzahl der Toiletten: ca. 1500 mobile Toiletten

Veranstalter: ICS Festival Service GmbH (http://www.ics-int.de)





Index:

"Pommesgabel" auf dem Wackenplaza


Es ist „Hochsommer“ in Deutschland und wir sind auf dem Weg zum 23. Wacken Open Air im hohen Norden des Landes. Dort wollen wir für euch berichten, was auf und um das Festivalgelände, in der Stadt und auf den Bühnen vor sich geht, damit ihr, selbst ohne dabei zu sein, passende Eindrücke vom Festival erhaltet und nächstes Jahr vielleicht mit von der Partie seid. Nun heißt es also wieder Rain Or Shine in Wacken und wie sich herausstellen soll: Im wahrsten Sinne des Wortes!




Tag 1 – Dienstag:

Anreise und die erste Nacht:
Dienstagmorgen halb zehn in Deutschland und ric1452 steht vor KamiKatzes Tür, um diesen zum Niederrhein zu fahren, wo der Konvoi Richtung Wacken Open Air losfährt und bei Kollege Gordon anhält, um endlich vollzählig zu werden. Eigentlich haben wir bereits 24h Verspätung auf dem Zettel stehen, doch das Unwetter vom letzten Wochenende hat eine Anreise am Montag unmöglich gemacht. Die Fahrt verläuft an sich problemlos und man sieht mehr und mehr Fahrzeuge mit Wacken Open Air-Beschriftung, je näher man seinem Ziel kommt.

Kurz vor Wacken biegen wir dann rechts ab und bewegen uns Richtung Pressebändchen-Ausgabe, um von dort aus weiter zum normalen Campingplatz zu fahren. Wir werden zum Zeltplatz H weitergeleitet, doch mehr als in vier Reihen Parken passiert erst mal nicht, bevor nicht alle anderen Plätze unterhalb (also Richtung Plaza) von H belegt sind.

Wir holen also unsere Campingstühle aus den Autos und gesellen uns zum nächsten Steward (Nr. 5026) und versuchen diesen mit einer Sitzblockade davon zu überzeugen, dass wir neben unseren Autos campen dürfen, denn eine offizielle Erlaubnis gibt es noch gar nicht, obwohl Leute bereits aufbauen. Auch das Zelebrieren der vorbeifahrenden Fahrzeuge mit ständigen La Ola-Wellen überzeugt den Steward nicht, der sich stets darauf beruft, dass die Supervisors das Sagen haben und er keinen Einfluss auf die Entscheidung hat.


Sitzblockade auf Campground H


Doch gegen 20 Uhr dürfen wir tatsächlich unsere Zelte neben den Autos aufschlagen und keine Stunde später stehen zwei Pavillons, Zelte, Tische und Stühle und wir können unsere Ankunft endlich vollends genießen und mit einem Kaltgetränk in der Hand zusehen, wie gegen 22-23 Uhr das komplette Gelände durch Lotsen aufgefüllt wird. Gegen unsere Erwartungen bleibt die erste Nacht jedoch sehr ruhig, da alle ziemlich K.O. von der späten Aufbauphase zu sein scheinen. Daher wird praktisch von 24:00 Uhr bis mindestens 8:00 Uhr durchgeschlafen, bis auf zwei Ausnahmen, die sich bereits um 6:00 Uhr nicht mehr gegen das Erwachen wehren können (ric1452 & KamiKatze), dafür aber bereits einen ersten Blick auf die Sanitäranlagen und das Frühstückszelt werfen können.




Anreise von Maddin:
Was eigentlich bereits Montag starten soll, wird durch die Wetterlage kurzfristig verhindert: Sämtliche Felder stehen unter Wasser und eine gescheite Anreise zum Wacken Open Air ist so nicht möglich. Schade! So geht's dann am Dienstag los. Von Wilhelmshaven aus nach Hollen, Gepäck umladen und mit zwei Bekannten weiter ins gelobte Land.

Die Anreise läuft relativ reibungslos, der Wagen füllt sich, aber wir bleiben zu dritt. Bei Burger King auf der Raststätte trifft man die ersten Metalheads.

20:30 - Endlich angekommen, hallo Wacken! Doch als wir auf den Campingplatz fahren, folgt prompt die Ernüchterung: Matsch, soweit das Auge reicht. Nachdem wir bereits zweimal unser Auto aus dem Dreck schieben mussten, ist dies beim dritten Mal nicht ohne Weiteres möglich und so mache ich mich auf, um zu Fuß die Kollegen von Time For Metal, die bereits vor Ort sind, zu suchen. Nach diversen Stunden des Umherwanderns klappt das auch (ich hasse meinen Orientierungssinn… Wie war das noch mit links und rechts?). In der Zwischenzeit hat uns auch ein hilfsbereiter Traktorfahrer das Auto aus dem Schlamm gezogen (Kosten: 20€).




Infrastruktur 1 – Der Campingplatz:
Der Campground macht den Großteil des 200 Hektar großen Geländes aus und einmal im Jahr ist es der größte Metal-Zeltplatz Deutschlands, auf dem Zelte, Autos, Pavillons, Stromerzeuger, Anlagen, Sofagarnituren und allerlei Schnickschnack Platz finden. Wenn man morgens aufsteht, ist irgendwo mindestens eine Anlage schon an, und wenn nicht, dann wird die eigene angemacht. Wenn man abends ins Bett geht, läuft irgendwo eine Anlage und nachts wird man meistens sogar noch davon wach, dass irgendwo die letzte Anlage ausgeht und man tatsächlich in Ruhe schläft. Morgens und vor allem abends unterhält man sich oft noch mit den unmittelbaren Nachbarn und trinkt zusammen noch einen Met oder Ähnliches, bevor es nach einem anstrengenden Festival-Tag in den Schlafsack geht.


"W:O:A MAP 2012 - CAMPING SITE"


Soweit also zur Stimmung auf dem Campingplatz, doch wie sieht es eigentlich mit dem Aufbau und der Infrastruktur aus? Die Anreise wurde ja wegen des Unwetters am Wochenende zuvor um 24h verschoben, dennoch lief alles glimpflich ab, wie bereits geschrieben. Die Wartezeit ist zwar wie immer ein großes Problem, doch letzten Endes haben wir ja die Erlaubnis bekommen, unsere Zelte neben den Autos aufzustellen und erst gegen 22 Uhr abends wurde der Platz wirklich aufgefüllt, sodass wir sogar ganz in Ruhe unserem Aufbau nachgehen konnten.

Wir sind hier also auf Zeltplatz H, der ungefähr drei weitere Plätze vom Wacken Plaza entfernt ist und auf zwei Nachbarplätzen befinden sich Sanitäranlagen, sowie Supermarkt und Frühstückszelt – also eine geniale Position ohne großen Radau, da die Volksversammlungen sich auf den anderen Plätzen abspielen. Von jedem anderen Zeltplatz aus sind die Verbindungen zu den verschiedenen Einkaufs- und Körperpflegemöglichkeiten gut erreichbar, außer man hat das Pech und muss im obersten Teil von Platz S oder V campen, der von allem, wirklich allem, am weitesten weg ist. Ansonsten sind die Laufwege von uns aus bis zu den Anlagen zwischen drei und fünf Minuten, sowie 10-15 Minuten zum Plaza (je nach Wetter- und Bodenlage). Von den weiter entfernt liegenden Plätzen, wie zum Beispiel U oder S, sind es wohl eher 20-25 Minuten, aber dennoch eine überschaubare Distanz. Trotz des miesen Wetters und dem weichen, matschigen Boden kann man sich recht gut fortbewegen, solange man den tiefsten Moorlöchern ausweicht. Nur unmittelbar vor dem Plaza ist es stellenweise kritisch und mit anderem Schuhwerk als (Gummi-)Stiefeln kommt man kaum voran.

Alles in allem kann man sich also in keinster Weise beklagen, außer man hat sich selber für den falschen Campingplatz entschieden. Die Laufwege sind überschaubar, die Bodenverhältnisse aushaltbar und für die Männerwelt sind die Toilettengänge eh meistens nur ein Katzensprung und selbst die Frauen haben es nicht weit zu den stets sauberen Sanitäranlagen.







Tag 2 – Mittwoch:

Maddins fataler Ausflug:
Nach einer relativ kurzen Nacht soll es am Mittwoch dann richtig losgehen und so entscheide ich mich morgens um 7:00 Uhr kurz mal in die Stadt zu gehen und noch das ein oder andere Getränk zu kaufen, bevor die Party richtig steigt.

Was erst als gute Idee scheint, da es noch angenehm kühl ist und man nicht nach 30 Schritten in Schweiß ausbricht, entpuppt sich auf dem Rückweg jedoch als dummer Zufall. Mit diversen Litern... ähm "Cola" in der Tasche rutscht neben mir ein Metalhead aus und sorgt somit dafür, dass ich (übrigens zum zweiten Mal) schmerzhaft umknicke und kaum mehr laufen kann. Doch Metalheads halten zusammen und so stützen er und sein Kumpel mich, bis ich am Sani-Zelt ankomme. Von dort aus geht's für mich dann noch mit einer sehr lustigen Truppe ins Krankenhaus, wo mir geraten wird, lieber nächstes Jahr wiederzukommen. Und so sei es.

Somit wird das Wacken Open Air 2012 im Handumdrehen für mich das kürzeste Festival meines Lebens und das Fußballturnier verpasse ich auch noch. Schade! Aber die Stimmung auf dem Campground ist spitze.




Infrastruktur 2 – The Holy Wacken Land:
Wie jedes Jahr gibt es auf dem Wacken Open Air immer wieder Optimierungen und Änderungen des Festivalgeländes. Dieses Jahr ist am auffälligsten, dass das Bullhead Zelt zum Bullhead City Circus gewachsen ist und der Viermaster zu einem sage und schreibe Achtmaster herangewachsen ist. Ebenso wurde die W.E.T Stage aus dem Headbangers Ballroom in das Zelt verlegt und der Ballroom bekommt mit der Headbanger Stage eine eigene Bühne im Circus.


"W:O:A MAP 2012 - THE HOLY WACKEN LAND"


Ebenso wurde sich für eine Zusammenlegung des Wacken Plaza und dem Bereich für die Wackinger entschieden, was wir als eher negativ wahrgenommen haben. Denn so geht man nicht mehr extra auf den Mittelaltermarkt sondern nur flüchtig daran vorbei. Ich denke, so geht dem Wackinger-Bereich etwas an Flair verloren.

Was noch auffällt, ist eine Verlegung des Aussichtspunktes für Rollstuhlfahrer. Dieser ist auf dem Vorfeld auf eine Plattform zwischen der True Metal Stage und der Party Stage gewandert, welche aber über das Centerfield erreichbar ist. Dieser Umbau ist wirklich eine Bereicherung, so muss man mit seinem Rollstuhl nicht mehr quer durch die Menge und vor den Bühnen entsteht so mehr Platz. Während des Volbeat-Konzertes können wir uns selbst von der genialen Aussicht von der Plattform auf fast alle Bühnen erfreuen.


"Wackenplaza"


Ansonsten ist alles noch da, wo man es vermutet, außer dass sich das Thrash Of The Titans Field heimlich in die untere Ecke des Wacken Plaza versteckt hat. Hier zeigen einige Künstler, wie man aus Metall allerhand Monster bauen kann, die während einer Feuershow fest eingebunden werden.




Sport ist Mord:
Das erste Event beim diesjährigen Wacken Open Air steht an, der Wacken Open Air Soccer Award, bei dem es um 4 Liter Freibier, einen Auftritt auf der W.E.T Stage und eine Menge Spaß und Stimmung geht. Insgesamt acht Gruppen mit je vier Teams treten an, um das beste Fußball-Team Wackens zu werden. Time For Metal sind natürlich auch dabei und dürfen gegen die Red Devils, Planet Machete und den 1. FC Gallien antreten, um sich eventuell ins Sechzehntelfinale vorzukämpfen. Daraus soll jedoch nichts werden, wie sich zeigen soll. Das erste Spiel gegen Planet Machete macht zwar tierisch viel Spaß, obwohl die 2x5 Minuten doch sehr anstrengen, doch ein 1:10 steht nach der kurzen Partie auf dem Zettel. Hier eine kleine Kritik an die Schiedsrichter, denn wir sind uns einig, dass es 5:8 ausgeht und nicht 1:10, aber verloren haben wir so oder so. Allgemein sind die Schiedsrichter teilweise auch mit einer sehr starken „scheiß-egal-Stimmung“ behaftet, da einige selber als Spieler antreten, was sowohl für Spaß, als auch für Aufregung sorgt.


"Wacken Soccer Cup - Bild1"


Für uns bringt das Turnier im Übrigen auch herbe Verluste mit sich, da zwei von fünf anwesenden Spielern im Vorfeld und während des Spiels umknicken und Kollege Maddin sogar abreisen muss wegen eines lädierten Knöchels, während CyR4S sich mit Eis und Stützverbänden durch das Festival beißt.

Gegen den 1. FC Gallien gewinnen wir dann nur noch zu dritt mit 2:0 auf Grund von Abwesenheit des gegnerischen Teams. Gegen die Red Devils, die so fair sind und ebenfalls zu dritt antreten, verlieren wir ebenfalls haushoch, da wir in Gedanken bei unseren Kollegen im Sani-Zelt sind und eher ziellos durch die Gegend traben, als Fußball zu spielen.


"Wacken Soccer Cup - Bild2"


Dennoch lässt sich sagen, dass dieses Turnier ein Spaß für alle Teilnehmer und Zuschauer ist und überall sind Anfeuerungsrufe von Deutschen, Dänen und Engländern zu hören. Alkohol fließt sowieso mehr als genug bei den meisten Teams und selbst die altbekannte Bierbong ist auf dem Feld dabei. Bis auf die Beschaffenheit des Platzes und die stellenweise nervende Unaufmerksamkeit der Schiris ist dieses Turnier ein voller Erfolg und eine tolle Abwechslung zu den anderen sportlichen Aktivitäten, wie Headbangen und Moshen, da letzteres sowieso wegen der Übermassen von Matsch ausfällt.


"Wacken Soccer Cup - Bild3"





Tagesausflug 1 – Das Dorf Wacken:
Es ist Mittwoch, die Sonne scheint unerbittlich und was braucht ein Metaler neben Bier sonst noch zum Überleben? Genau, Fleisch! Um den Eiweiß-Haushalt wieder in geregelte Bahnen zu bringen, steht heute ein Besuch beim Edeka-Markt auf dem Tagesplan. Da auch noch andere Besorgungen anstehen, geht es für uns in der Mittagshitze los ins Wacken-Dorf. Ein kurzer Zwischenhalt am Head Office zeigt uns auch dieses Jahr, dass die Wacken-Shirts sehr beliebt sind und die meisten gängigen Größen bereits ausverkauft sind. Schade. Doch weiter geht es in Dorfkern. Auf unserem Weg sehen wir viele gut gelaunte Ureinwohner, die mit den Metalheads feiern oder diverse Verkaufsstände in ihren Vorgärten aufgebaut haben. Die Stimmung könnte ausgelassener nicht sein. Neben diversen Fressbuden und Getränkeständen gibt es auch dieses Jahr einen Außenverkauf von Obi, der alles bietet, was das Camperherz begehrt. Über Luftmatratzen in verschiedenen Größen, Campingstühle, Zelte, Fliegenklatschen, Pappteller und Pappbecher ist wohl so ziemlich alles zu normalen Preisen zu erhalten. Ähnlich ist es im wohl einzigen Lebensmittelgeschäft im Wackener Dorfkern, dem berühmt-berüchtigten Edeka Markt. Mehrmals am Tag wird der Laden neu beliefert – was auch wirklich nötig ist, denn schließlich macht diese Edeka-Filiale während des Wacken Open Airs 1/3 ihres Gesamtumsatzes. Dank regelmäßiger Belieferung erhalten wir alles, was wir kaufen wollten (Fleisch, Baguettes, etc.) und sogar noch mehr, denn nicht nur an die Metaler, nein, auch an die Lieben zu Hause wird gedacht und so können im Markt verschiedene Wacken-Postkarten und diverse andere
Fanartikel (z.B. Stofftaschen) erworben werden. Glücklich und mit vollen Taschen geht es für uns schließlich Richtung Campground, denn es muss ja auf dem Grill noch etwas Fett verbrannt werden! ;-)







Tag 3 – Donnerstag:

Tagesausflug 2 – Das Schwimmbad:
Auch wenn das diesjährige Wacken Open Air eher unter dem Schlammstern steht, haben wir am heutigen Donnerstag doch schon genügend Sonnenschein genossen, um uns zu entschließen, dem Wackener Schwimmbad einen Besuch abzustatten. Da kommt es uns doch sehr gelegen, dass es den sogenannten Pool Shuttle gibt. Für einen Euro pro Fahrt kann man mit diesem bis zum ein wenig außerhalb gelegenen Schwimmbad fahren. Starthaltestelle ist am Wacken Open Air Bus Shuttle, Fahrtzeiten sind laut Plan von Donnerstag bis Sonntag täglich zwischen 9:00 und 18:00 Uhr. Am Wacken Open Air Bus Shuttle werden wir von einem ziemlich unbequemen Untergrund begrüßt – große spitze Steine wurden hier aufgeschüttet, um ein Versinken der Busse im Matsch zu verhindern. Jedoch sind eben diese Steine für die potenziellen Passagiere ein eher größeres Übel, da es kaum möglich ist, ohne zu stolpern bis zur Bushaltestelle zu gelangen (und stolpern möchte man auf diesem gefährlichen Untergrund gewiss nicht!). An der Lokalität, die mit einer großen „Pool Shuttle“-Fahne markiert ist, angekommen stellt sich die Frage „Wann kommt denn nun der besagte Shuttle-Bus?“. Denn einen Abfahrtsplan sucht man hier vergeblich. Lediglich durch Gespräche mit anderen Wartenden lässt sich erahnen, in welchen Zeitabständen der Bus die Starthaltestelle anfährt. Nach geschätzten 10 Minuten ist es dann soweit und der Shuttlebus kommt. Ein heiteres Gedrängel beginnt und jeder versucht, so weit wie möglich zum Einstieg zu kommen. Dort angekommen wird jeder von einem Helfer aufgefordert, den einen Euro für die Fahrt zu bezahlen. Hier kann man nur hoffen, dass jeder passend bezahlt, denn das Wechselgeld-Prozedere gestaltet sich doch ein wenig schwierig und verzögert die Abfahrt doch ungemein. Doch auch dies ist irgendwann geschafft, sodass sich der Bus auf den Weg machen kann. Im Bus selbst ist die Stimmung ausgelassen, die Metaler singen zu angestimmten Liedern wie z.B. den Bommerlunder-Song lauthals mit. So endet die Fahrt dann doch schneller als erwartet und das Ziel Schwimmbad ist erreicht. Für 2,50 € kann man unbegrenzt im kühlen Nass baden. Und was hat das Wackener Schwimmbad so zu bieten? Neben einem Springbrunnen, der als Kleinkinderbecken dient, gibt es ein tiefes Becken mit Springturm und ein flacheres Becken. Nach einem überraschenden Zwischenspiel von Blaas Of Glory (siehe nachstehender Bericht), geht es mit einem Wasserball bewaffnet erst einmal in das kühle Wasser des flacheren Beckens. Und da in fast jedem Metaler auch ein Kind steckt, entsteht recht bald eine große Wasserballrunde, die später noch durch mehrere Circle-Pits und Wall of Deaths getoppt wird. Dieser Schwimmbadbesuch ist definitiv der lustigste seit langem! Auch für den Hunger nach der Wasserschlacht ist gesorgt – für humane Preise kann man Currywurst mit Pommes, Pommes mit Mayo, Frikadellenbrötchen, Eis, Kaffee, etc. erwerben. Einziges Manko: Die Duschen. In beiden Umkleidekabinen gibt es nur je eine einzige (offene) Dusche. Die Umkleide an sich ist recht klein und bietet keinerlei Privatsphäre. Aber zumindest sind genügend Toiletten vorhanden – was braucht man auch mehr? Die Rückfahrt gestaltet sich ebenso problemlos wie die Hinfahrt und schließt so unseren Schwimmbadbesuch glorreich ab.




Blaas Of Glory – Schwimmbad, 12:00-12:20 Uhr:

Blaas Of Glory haben ein ähnliches Timing wie Santiano, allerdings bin ich über deren Gestalke sehr erfreut: Am einzigem, fast durchgängig schönen Tag, treten die Damen und Herren im Schwimmbad auf, welches neben fairen Eintritts – und Essenspreisen und unerwartet sauberen Sanitäranlagen auch mit zwei sehr schönen, wenn auch etwas kühlen, Becken aufwartet. Als Randnotiz sei hier erwähnt, dass man kaum bis gar keinen Chlor gerochen hat. Wer es nicht weiß: Der Chlorgeruch entsteht durch das Urinieren, da der typische Geruch durch die Vermischung von Chlor und Urin entsteht. Was sagt uns das? Metaller pissen nicht ins Becken! Sehr vorbildlich.



Zurück zu Blaas of Glory: Der Einmarsch beginnt mit The Final Countdown, auf welches dann ebenfalls sehr bekannte Rock- und Metallieder folgen, die alle wunderbar für die genutzten Instrumente angepasst wurden. Ausnahmslos jeder im Freibad ist von dem kurzem, aber dafür intensiven Auftritt mit Fannähe begeistert.




Land unter!
Kaum haben wir ein paar schöne Sonnenstunden im Wackener Schwimmbad genossen, soll sich dies auch schon wieder rächen. In der prallen Hitze sind ein paar von uns ein bisschen auf den Campgrounds unterwegs, um sich mit anderen Metalheads auszutauschen, als auf einmal der Himmel schwarz wird. Gerade rechtzeitig gelangen wir zu unserem Zeltplatz, denn das Unwetter, was jetzt einbricht, hat es in sich. Selbst unter zwei Pavillons findet sich kein trockenes Fleckchen mehr, der Regen ist so stark, dass es aussieht, als wäre es nebelig oder man hätte einen merkwürdigen Schleier auf den Augen.


"Wacken - Landunter"


„Wolkenbruch“ wäre als Bezeichnung für das, was gerade passiert, noch harmlos. Einige nutzen den relativ warmen Starkregen, um zu duschen, andere versuchen, einen zumindest halbwegs trockenen Flecken zu finden. Nach einer gefühlten Ewigkeit lässt das Unwetter nach, zurück bleiben tiefe Pfützen, nasse Metalheads und eine etwas graue Stimmung, die aber schnell durch ein paar Pfützenschwimmer aufgelockert wird.




Infrastruktur 3 – Der Metal Markt
Wie jedes Jahr bekommt auf dem Wacken Open Air der Metal Markt einen relativ großen Platz zugewiesen. So ist zwischen Moviefield und dem Polesitting ca. ein Sechstel des gesamten Festival-Platzes für den Konsum der Metalheads reserviert. Hier gibt es wie immer eine große Auswahl an Merchandise-Artikeln, Szene-Kleidung, Schnitzereien, mittelalterlicher Artikel und natürlich die Stände einiger Modelabels und Mailorder. Einzig das Metal Market Tent verlangt für eine Besichtigung einen Eintritt in Höhe von 3,50 €. Doch bekommen die Gäste des Zelts Einiges geboten, denn von Musik-Workshops über Bondage-Shows bis hin zu Meet & Greets und verschiedenen Lesungen ist am Freitag und Samstag alles dabei. Wer jetzt denkt, er hat nach einem Spaziergang alles gesehen, der sollte auf jeden Fall nochmal die Augen offen halten, wenn er durch den Eingang zur Party Stage geht, denn im Vorfeld findet man neben den ganzen "Fressbuden" auch noch das Zelt von Nuclear Blast und einigen anderen.


"Wacken Open Air 2012 - "Fressbuden""





Infrastruktur 4 - Beschäftigungen
Da das Wacken Open Air bekanntlich das größte Heavy Metal Festival der Welt ist, sorgt der Veranstalter jedes Jahr dafür, dass seine Gäste neben den Konzerten, auch noch einiges anderes als Beschäftigung für zwischendurch zu tun bekommen.

Wenn man auf der Karte des Holy Wacken Land von rechts anfängt, fällt einem ganz eindeutig das Movie Field auf, auf dem am Mittwoch der Motörhead Film, The Wörld Is Yours Vol.2: Anyplace Crazy As Anywhere Else, gefolgt von Livemittschnitten von Type O Negative (Wacken 2007) und Gottvater des Metals Dio (Wacken 2004), gezeigt werden. Wer am Donnerstag um null Uhr noch nichts vor hat, sollte sich dazu den Film Lemmy - The Movie auf der Großleinwand nicht entgehen lassen.

Direkt vor dem Movie Field, bzw. auf dem Movie Field, finden sich die beiden Fußballfelder des Wacken Soccer Cups zu dem man sich bereits im Vorfeld anmelden musste. Gespielt wird hier am Mittwoch im Turniermodus mit K.O.-System.



"Wacken Foundation - Polesitting Centerfield"


Wer sich für etwas einsetzten möchte – und das im wahrsten Sinnes des Wortes - hat die Chance, während des gesamten Festivals beim Polesitting/Pfahlsitzen teilzunehmen. Die Regeln sind im Prinzip relativ einfach:


Zitat
Regeln:
Nachdem jeder Teilnehmer seinen Platz auf einem Pfahl (in etwa 2,5 Meter Höhe) eingenommen hat, darf er sich nur noch zu den zehnminütigen Pausen, die alle zwei Stunden erlaubt sind, von seinem Platz erheben. Natürlich müsst ihr keine 196 Tage (Weltrekord) sitzen, sondern maximal 6 Stunden durchhalten.

Damit ihr auch alles mitbekommt, werden die Pfähle direkt auf dem Wacken Center mit Blickrichtung Infield positioniert.

Spende:
Für jeden Teilnehmer spenden unsere Sponsoren pro Teilnehmer einen gewissen Geldbetrag an die Wacken Foundation, welche sich um Förderung und Hilfe junger Musiktalente im Musikbusiness kümmert (mehr Infos unter http://www.wacken-foundation.com). Das heißt also, je länger ihr aushaltet, desto mehr Geld kommt für die Wacken Foundation als Spendenbetrag zusammen.



Wer jetzt nicht gerade einen Hintern aus Stahl hat und eher eine Rüstung braucht, der hat auf dem Wacken Plaza die Möglichkeit, den Wackingern bei ihrem Treiben zuzuschauen. Neben den Rollenspielen mit Schaukampf und Highlandgames fällt eine Mittelalterliche Sportart sehr stark auf: Das Bruchenball Spiel. Bei der eher harten "Sportart" versuchten damals die Knappen zu beweisen, dass sie aus "hartem Holz" geschnitzt waren. Heute wird alles durch zwei Frauenteams nachgestellt, wer aber denkt, hier geht es deswegen weniger ruppig zu, der ist auf dem falschen Weg, denn es wird geschubst, getreten und gerungen was das Zeug (oder die Bruchen) hält (Regeln zum Bruchenball findet ihr Hier).

Wenn man jetzt nicht viel mit der mittelalterlichen Vergangenheit verbindet, kann man auf dem Wacken Plaza auch in eine Steampunk ähnliche Zukunft blicken: Dem Thrash Of The Titans Field. Hier wurde eine Mischung aus Altmetall und Feuerwesen aufgebaut, die täglich zwischen 14:00 Uhr und 23:45 Uhr in eine Art Endzeizshow eingebunden werden.

Was fehlt? Ja klar, die Wrestlingshow und das Air Guitar - Metal Battle - Worldwide, die ihren Platz im Bullhead City Circus gefunden haben.

Wem das alles noch nicht genug ist, kann noch einen Abstecher in den Wacken Pool, dem Freibad des Dorfes, machen oder am Stand von Ubisoft mit dem Videospiel Rocksmith ein paar Lieder jamen.

Wem das jetzt noch immer nicht reicht, kann ich nur sagen: "Verdammt nochmal... das ist ein Festival!grosses Lachen"




Amaranthe – Headbanger Stage, 18:20-18:55 Uhr:
Am Donnerstag erfreuen uns zwischen 18:20 Uhr und 18:50 Uhr die Dänen und Schweden von Amaranthe auf der Headbanger Stage im Bullhead City Circus. Im 30-minütigen Set befinden sich acht Songs, welche meiner Meinung nach sehr gut gewählt sind und allen Anwesenden eine Menge Hörspaß bereiten. Begonnen wird der Auftritt mit Leave Everything Behind und geendet mit dem wohl bisher größten Hit der Band, Hunger. Die Soundqualität ist durchweg gut und sogar die bei manchen Auftritten schwer zu unterscheidenden Sänger Elize und Jake E. sind hier so gut abgemischt, dass ein stimmlicher Unterschied definitiv herauszuhören ist. Wer die Bühne hier nicht sehen kann, hat Glück gehabt. Eine Leinwand ermöglicht es auch den kleineren Leuten, etwas vom Geschehen auf der Bühne mitzubekommen. Und die nett anzusehende Elize möchte sich an diesem Abend bestimmt keiner entgehen lassen.


"Wacken - Bullhead City Circus - Bild 1"





Saor Patrol – Wackinger Stage, 19:00-19:45 Uhr:
Die schottischen Folk-Metaller von Saor Patrol treten mit stolzen drei Trommlern und jeweils einem Dudelsack-Spieler und einem E-Gitarristen auf. Das heißt also, dass es sich hier um instrumentale Folk-Musik handelt, was aber eine wirklich gelungene Abwechslung zu den ganzen bekannten Bands darstellt. Vor allem wenn man gerade von dem dreistimmigen Auftritt von Amaranthe kommt. Also gibt es ein wenig Met für die Stimmbänder, während man entspannt dem schottischen Folk-Ensemble bei ihrem durchaus überzeugenden Instrumental-Auftritt lauscht.




Chthonic – W.E.T Stage, 20:05-20:40 Uhr:
Mit sage und schreibe 9.204,39 km (Entfernung von Taiwan nach Wacken, Deutschland) hat die Band Chthonic wohl die weiteste Strecke nach Hause. Die fünf Taiwanesen dürfen für uns wohl eine der ersten Bands sein, die wir im nagelneuen Bullhead Circus City Zelt zu sehen bekommen. Das Achtmasterzelt weiß schon mit einem sehr genialen Bühnenbild zu überzeugen, so sind neuerdings die W.E.T Stage, die vorher links neben des Haupteingangs zu den Mainstages stand, und die Headbanger Stage nebeneinander und werden nur noch durch einen Wrestling Ring und einer Leinwand getrennt. Somit werden die Wartezeiten (ähnlich wie bei der Black Stage und der True Metal Stage) auf fünf bis maximal fünfzehn Minuten reduziert.


"Chthonic - W.E.T Stage - Bild 1"


Aber jetzt genug vom Zelt, denn Chthonic (Interview mit Chthonic: hier) haben jetzt ihren Platz auf der Running Order. Da der Auftritt leider auf nur fünfunddreißig Minuten beschränkt wurde, wird die Band für die elf Alben, die Chthonic bisher produziert haben, auf nur sechs Lieder beschnitten. Aber naja, immer noch besser, als wären sie nicht auf der Bühne. Neben den fünf Liedern, die aus dem aktuellen Album Takasago Army entsprungen sind, kommt der Song Forty-Nine Theurgy Chains vom 2009er Album Mirror of Retribution. Allgemein ist der Auftritt solide, doch irgendwie will mich die Akustik nicht umhauen. So ist mal der Sänger Freddy, Left Face of Maradou zu wenig zu hören und die Erhu, das geigenähnliche Instrument, welches die Musik von Chthonic extrem prägt, ist zeitweise überhaupt nicht zu hören. Da haut es mich leider auch nicht um, dass der Geiger der Band Turisas für einen Gastauftritt beim Auftritt vorbei schaut. Ich will die Erhu hören und nicht die Geige.


"Chthonic - W.E.T Stage - Bild 2"





Channel Zero – Headbanger Stage, 20:45-21:30 Uhr:
Da zwischen Chthonic und der Band Unearth auf der W.E.T Stage fast eine Stunde Zeit ist, geht es für uns erst mal zum Relentless Stand, wo wir unseren Flüssigkeitshaushalt mit der koffeinhaltigen Limonade auffüllen. Da die beiden Bühnen (wie bereits erwähnt) innerhalb des Bullhead City Circus direkt nebeneinander liegen, kommt man schlecht am Auftritt der Band vorbei, die gerade auf der anderen Bühne spielt. In diesem Fall haben wir das Glück die Band Channel Zero auf der Headbangers Stage sehen zu können. Auch wenn mir persönlich die Musik der fünf Thrash Metaller aus Belgien nicht wirklich zusagt, lässt sich nur berichten, dass das Publikum vor der Headbangers Stage Spaß an dem Auftritt zu haben scheint, was sich durch das Mitsingen des Publikums sehr klar erkennen lässt.




Unearth – W.E.T Stage, 21:35-22:20 Uhr:
Unearth, die US-amerikanische Band, die im Genre Metalcore unterwegs ist und zeitgleich extrem viele Parallelen zum Schwestergenre des melodischen Death Metals besitzt, ist nun an der Reihe. Also Unearth, die W.E.T Stage gehört euch. Der Vorhang geht auf und die fünf Amerikaner donnern mit dem 2008 veröffentlichen Stück My Will Be Done in das Zelt des Bullhead Ciry Circus. Leider ist es extrem auffällig, dass die Akustik, ähnlich wie beim Auftritt der Band Chthonic, nicht dem Standard, den wir vom Wacken Open Air gewöhnt sind, entspricht. So ist der Text, unabhängig von der Verständlichkeit der Shouts von Trevor Phipps zwischenzeitlich so übersteuert, dass man kaum ein Wort versteht. Zusätzlich ist die Mischung zwischen Bassgitarre und Gitarre auch nicht ganz perfekt gelungen. Aber naja, das neue Zelt braucht evtl. erst mal eine "Einspielphase".


"Unearth - Bullhead City Circus - Bild 2"


Die Höhepunkte des Auftritts sind ganz klar: Der sehr professionell wirkende Lückenfüller während des Ausfalls des Gesangsmikrofons, der Song Arise The Warcry und das Outro Black Hearts Now Reign, bei dem die beiden Gitarristen einen kleinen Abstecher in den Wrestlingring des Bullhead City Circus-Zelts machen, um für kurze Zeit die Instrumente wegzulegen, um sich nach WWF-Manier auf den Boden zu schlagen.

Zusammengefasst ist der Auftritt trotz der technischer Probleme und akustischer Makel sehr bodenständig und cool verlaufen - Unearth schaffen es, trotz Problemen, zu punkten.




Saxon – Black Stage, 20:45-22:15 Uhr:
Die musikalische Seite des Festivals beginnt für mich am Donnerstag, da ich, wie viele andere auch, neugierig bin, wie sich Volbeat als Headliner mit ihrem einzigen Deutschlandauftritt schlagen werden. Da irgendwer auf die Idee kam, überall kleinere oder größere Türmchen zu bauen (vor allem der Captain Morgan-Turm ist so überflüssig wie ärgerlich), laufe ich verfrüht zur Bühne und bin ungefähr bei der zweiten Hälfte des Saxon-Auftrittes auf dem weitläufigem Gelände.


"Saxon - Black Stage - Bild 1"


Abgesehen davon, dass mir die Musik von Saxon nie so wirklich zugesagt hat, werde ich die Band wohl nie mehr vergessen: Ich kann mich nur schwerlich daran erinnern, dass eine Band so arrogant und selbstverliebt rüberkam wie Saxon. Natürlich kam das obligatorische „Wir sind total froh hier zu sein“, was so ziemlich jede Band ja mittlerweile sagt und mir tierisch auf die Nerven geht, aber die ganze Mimik und Gestik, die man dank der überdimensional großen Leinwände prima beobachten konnte, war regelrecht anwidernd. Da ist auch die Aussage, dass man zum 7. Mal da ist, keine Rechtfertigung. Den Höhepunkt stellt das Ende der Show dar: Die Fans dürfen zwischen zwei Liedern wählen. Lied eins bekam ein wenig Jubel, Lied zwei eine Nuance mehr, sodass ich als Unwissender selbst beim Schreiben dieser Zeilen keine Ahnung habe, welches Lied gespielt wurde. Ist mir aber auch nach dem Auftritt egal.


"Saxon - Black Stage - Bild 2"






Volbeat – True Metal Stage, 22:30-0:00 Uhr:


"Volbeat - True Metal Stage - Bild 1"


Dann wird es voll. Sehr voll. Der „Headliner der Headliner“, also die Band, die am Donnerstag die längste Show spielen darf, kommt auf die Bühne. Die von der Fachpresse bejubeltenVolbeat betreten nach gar nicht allzu langer Wartezeit die Bühne und werden scheinbar von Fans und Leuten, die Fans werden wollen, empfangen, anders ist die Fülle nicht erklärbar.


"Volbeat - True Metal Stage - Bild 2"


Mir persönlich ging die Show zu lang, da die Stimme des Sängers mir auch schon auf Platte nach ein paar Liedern auf die Nerven geht, aber rein objektiv gesehen, ist das eine Bombenshow. Vor allem, dass Mille von Kreator extra für diesen Auftritt angereist ist und Evelyn Barney von Napalm Death bei Evelyn mitsingt, machen den Auftritt einmalig. Auf jeden Fall ein würdiger Donnerstagsauftritt!


"Volbeat - True Metal Stage - Bild 3"




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