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Interviews   Ensiferum (Deutsche Version)
12.07.2012 von Piety



Artist: Ensiferum



Genre: Pagan Metal

Label: Spinefarm Records / Universal

Link: http://www.ensiferum.com

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Petri Lindroos
Gitarre, Banjo, Gesang – Markus Toivonen
Bass, Gesang – Sami Hinkka
Keyboard, Gesang, – Emmi Sivennoinen
Schlagzeug – Janne Parviainen

Time For Metal / Piety & Rene:
Hi Jungs, wie geht es euch? Danke für eure Zeit!


Ensiferum / Sami Hinkka:
Hi, mir geht es gut, danke. Zur Zeit ist viel zu tun, da das Release-Datum immer näher rückt, aber ich beschwere mich nicht.



Time For Metal / Piety & Rene:
Wir hatten ja schon die Möglichkeit, in euer neues Album Unsung Heroes reinzuhören und ich muss sagen, dass es mal wieder ein Meisterwerk geworden ist. Großartige Arbeit! Wie lang hat der Songwriting-Prozess gedauert und war die ganze Prozedur strukturiert oder eher eine spontane Angelegenheit?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Vielen Dank. Es dauert immer eine Weile, alle Songs fertig zu stellen. Manche waren schon 2006 fertig, andere haben wir während der letzten zwei Jahre fertig gestellt. Wir sind ziemlich langsame Komponierer, da wir jede Note gedreht und gewendet haben und jede Option so machen wollten, dass das Ergebnis perfekt ist. Momentan läuft das Komponieren so, dass irgendwer (meistens Markus oder ich) eine Melodie oder einen Riff in den Proberaum mitbringt und wir dann anfangen, dieses Element zu bearbeiten und verschiedene Kombinationen und Arrangements erschaffen. Also läuft der ganze Songwritingprozess schon als Band, was auch ganz wichtig ist, denn ich denke, dass man jeden Vorschlag ausprobieren sollte, auch wenn einer eine gute Idee für einen Song hat, kann es sein, dass die anderen etwas dazu beitragen können, dass der Song noch viel besser wird.



Time For Metal / Piety & Rene:
Für Unsung Heroes habt ihr gleich zwei Studios geentert (das Petrax Studio in Hollola und das Yellow House Studio in Hämeenlinna). Wie sah die Arbeit in den Studios aus?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Eigentlich haben wir das Album sogar in drei Studios aufgenommen, dem Petrax, Sound Supreme und Yellow House. Schlagzeug, Hammond-Orgel, Flügel und die meisten Basslinien haben wir im Petrax, die Gitarren im Sound Supreme und den Gesang, die Akustikinstrumente und das Keyboard im Yellow House aufgenommen.

Wir haben gemeinsam alle Songs gespielt als wir das Schlagzeug aufgenommen haben und dabei haben wir auch wirklich jeweils den kompletten Song gespielt, sodass der Groove/die Spannung erhalten bleibt. Wir wollten einfach einen organischeren, rockigeren Sound und mehr Groove als zuvor – so sind auch viele Basslinien aus der Schlagzeug Aufnahmesession, da sie viel atmosphärischer und übereinstimmender waren als wenn ich sie irgendwann danach erst aufgenommen hätte. Zudem mochten wir diese Old School-Methode einfach.



Time For Metal / Piety & Rene:
Unsung Heroes scheint etwas weicher und melodischer zu sein als die Vorgängeralben. Hat das einen besonderen Grund und das sind die Hauptunterschiede zu From Afar? Ist der alte Flair immer noch da und welche neuen Elemente sind auf dem neuen Album zu finden?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Dieses Mal wollten wir ein organischeres Album haben und wir haben extra die Songs weggelassen, die mit From Afar zu vergleichen gewesen wären, denn es war einfach ein SO gigantisches Album. Uns waren die Rollen der einzelnen Instrumente und der Orchester- und Chor-Arrangements einfach viel bewusster. Mal sehen, wie das nächste Album wird - ich bin sicher, dass es wieder etwas komplett Anderes werden wird. Es gibt keinen Grund, sich Album für Album zu wiederholen. Die Menschen werden älter und entwickeln sich, weshalb es normal ist, dass das auch die Musik der Band, in der sie spielen, beeinflusst.



Time For Metal / Piety & Rene:
Was war eure Inspiration beim Songwriting für das neue Album? Es ist offensichtlich, dass ihr viel Zeit und Mühe in euer neuestes Werk gesteckt habt. Ist es vielleicht möglich ein kurzes Track-by-Track-Review zu machen (ein paar Stichwörter würden schon reichen), um euren Fans die Möglichkeit zu geben, eure Kompositionen besser zu verstehen?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Hhhhm, das ist ziemlich unmöglich, da wir zum Einen alle beim Songwriting-Prozess beteiligt waren und zum Anderen möchte ich die Lyrics nicht zu sehr erklären, damit jeder Hörer für sich die Bedeutung eines jeden Songs herausfindet.
Ich denke aber, dass unsere Inspiration für die Musik und die Texte aus dem täglichen Leben kommt. So wie es in allen Formen der Kunst ist – die Kunst ist des Künstlers Weg, um Emotionen und Visionen auszudrücken. Aber natürlich ist es keine leichte Aufgabe, das alles so hinzubekommen, dass es zur Mentalität der Band passt.



Time For Metal / Piety & Rene:
Was ist dein Lieblingssong auf Unsung Heroes und was dein allgemeiner Lieblings-Ensiferum-Song?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Ich liebe Celestial Bond, da es definitive der schönste Song ist, den wir jemals gemacht haben. Es ist schwierig zu sagen, was mein allgemeiner Lieblingssong von uns ist, da die neuen Stücke noch zu sehr im Gedächtnis sind und ich noch keine Zeit hatte, sie objektiv zu betrachten. Sagen wir einfach Celestial Bond ist mein jetziger Lieblingssong.



Time For Metal / Piety & Rene:
Auch das Coverartwork eures neuen Albums ist ziemlich cool Ich habe gehört, Kristian Wahlin, der bereits die Cover für Ensiferum, Iron und Victory Songs entworfen hat, hat dieses für euch designt. Wie war die Arbeit mit Kristian und was symbolisiert das Albumcover?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Ja, er ist ein großartiger Zeichner und wir sind echt glücklich, dass er alle unsere Albumcover gestaltet hat. Die Arbeit mit ihm ist sehr einfach, da er ziemlich professionell ist. Wir haben ihm einfach ein paar Grundideen geschickt und ein paar Farbwünsche und ein paar Monate später hat er uns das Meisterstück zugesendet. Und wieder überlasse ich hier die Interpretation der Symbolik jedem selbst. Ich selbst denke, dass es das beste Albumcover ist, das wir je hatten.



Time For Metal / Piety & Rene:
Alles in Allem: Seid ihr zufrieden mit Unsung Heroes? Was denkt ihr, werden eure Fans von dem Album halten? Werden sie so zufrieden sein wie ihr? Oder habt ihr gar ein wenig Angst vor den Reaktionen eurer Fans?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Ja, wir sind alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich habe keine Angst vor den Reaktionen der Leute – ich bin eher neugierig, da es ja nicht so ein einfaches Album ist. Wenn wir Songs schreiben, ist es für uns wichtig, dass wir uns selbst treu bleiben und die Musik für uns machen und nicht, um anderen Leuten zu gefallen.



Time For Metal / Piety & Rene:
From Afar hat einen großartigen 25. Platz in den deutschen Albumcharts geschafft und wir sind uns sicher, dass euer neues Album diesen Erfolg sogar noch übertreffen wird. Ist so eine Chartplatzierung für euch einfach nur wichtig für die Statistik oder ist es eher eine Belohnung für eure harte Arbeit?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Klar fühlt es sich gut an, zu wissen, dass die Leute Bands wirklich supporten anstatt einfach nur die Alben illegal herunterzuladen. Das erste Mal bin ich aber wirklich an der Chartplatzierung interessiert, da der Labelmanager von Spinefarm versprochen hat, sich mich als Jesus an einem umgedrehten Kreuz auf seinen Rücken zu tätowieren, WENN Unsung Heroes es in die deutschen Top 10 schaffen sollte. Er hat sogar schon einen Termin im Tattoostudio gemacht. Diese Tattooidee ist so absurd, dass es einfach umgesetzt muss! Leute, ich zähle auf euch!



Time For Metal / Piety & Rene:
Nicht nur die Produktion von Unsung Heroes hat eine Menge Arbeit bedeutet, auch das Touren ist ziemlich anstrengend. Wie kommt ihr mit dem enormen Stress klar?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Gigs zu spielen ist das Beste, was man machen kann und ich habe nicht das Gefühl, dass das alles so anstrengend oder stressig ist. Aber dennoch ist das Touren körperlich und geistig anstrengend, wenn man sonst nichts Vernünftiges zu tun hat. Ich versuche jeden Tag Yoga zu machen und lese so viel wie möglich. Wenn man die ganze Zeit nur trinkt und feiert, dann ist man nach der Tour einfach nur total ausgebrannt. Wie auch immer, die Leute wollen jeden Abend eine gute Show geboten bekommen und nicht irgendwelche verkaterten/betrunkenen Trottel sehen, die nicht mal ihre eigenen Songs spielen können. Wir sind sehr privilegiert, Vollzeit-Musiker zu sein und je mehr wir das werden, desto mehr erwarte ich von mir selbst und von meinen Bandkollegen. Die Stimmung innerhalb der Band und der gesamten Crew ist echt super, sodass man die meiste Zeit das Gefühl hat, dass man mit seinen besten Freunden im Urlaub ist.



Time For Metal / Piety & Rene:
Headbangen und Live-Performances sind nicht gerade leicht. Habt ihr einen speziellen Fitnessplan, den ihr vor dem Touren absolviert?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Einige von uns trainieren im Fitnessstudio oder gehen joggen. Ich mache fast jeden Tag Yoga – das hat gegen meine Nacken-, Rücken- und Knieschmerzen fast komplett geholfen und besonders beim Touren ist es gut, einfach mal eine Pause zu machen und sich auf etwas komplett anderes zu konzentrieren als die Musik. Das gibt einem die Möglichkeit, Sachen noch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Zudem ist es wichtig, sich vor jedem Gig aufzuwärmen, denn die Auftritte sind körperlich schon ziemlich anstrengend.



Time For Metal / Piety & Rene:
Das Touren und das Leben im Tourbus bedeutet auch, dass es kaum Privatsphäre gibt. Ist das ein Grund für Streitigkeiten zwischen den Bandmitgliedern oder ist die Stimmung bei euch generell immer gut?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Wir hatten damit nie Probleme. Jeder von uns hat seine eigenen Methoden, um allein zu sein – z.B. Stadtbesichtigungen, Sport, Lesen oder Filmeschauen.



Time For Metal / Piety & Rene:
Welche Musik hört ihr so im Tourbus – eure eigenen Hits oder andere Musik?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Im Tourbus haben wir eine Regel: Kein Metal. Klar, diese Regel brechen wir jeden Tag, wenn wir gerade am Feiern sind. Und natürlich hören wir auch andere Bands, denn es gibt keinen Grund, seine eigenen Stücke zu hören, nachdem man gerade einen Gig gespielt hat.



Time For Metal / Piety & Rene:
Habt ihr denn zwischen euren Auftritten die Möglichkeit, ein wenig Sightseeing zu betreiben?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Unglücklicher Weise nicht wirklich.



Time For Metal / Piety & Rene:
Zum Schluss kommen wir zu einem vielleicht eher lästigerem Thema: Wintersun und Jari Mäenpää. Unsere Leser möchten gern wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, Wintersun und Ensiferum eines Tages bei einem gemeinsamen Auftritt zu sehen oder sind die Meinungsverschiedenheiten dafür noch zu stark?


Ensiferum / Sami Hinkka:
Haha, wir sind mit den Jungs von Wintersun befreundet – es gibt also kein böses Blut zwischen ihnen und uns. Markus und ich haben sogar den Backgroundgesang zu einem Song des neuen Time 1-Albums gemacht. Ich denke es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir in Zukunft mit Wintersun touren werden, denn das wäre für uns und unsere Fans eine ziemlich coole Sache. Mal sehen… ;)



Time For Metal / Piety & Rene:
Zum Schluss möchten wir euch die letzten Worte überlassen


Ensiferum / Sami Hinkka:
Genießt den Rest des Sommers und hört im August in Unsung Heroes rein. Wir sehen uns im September auf Tour! Folk on!


pt


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