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CD-Reviews   Elegy Remains - As Centuries Collide
19.06.2012 von Rene





Autor: Christian

“Vielversprechender Metalcore aus Emden"



Artist: Elegy Remains



Album: As Centuries Collide

Spiellänge: 40:26 Minuten

Genre: Metalcore

Release: 15.06.2012

Label: Eigenproduktion

Link: http://www.ElegyRemains.com

Band Mitglieder:

Davide Avino – Gesang
Kristian Bloem – Gesang / Gitarre
Simon Pommer – Gitarre
John Hinrichs – Bass
Marc Suerbier – Schlagzeug

Trackliste:
  1. Collision
  2. Vortex
  3. Stream Of Deceit
  4. Stories Of Modern Ache
  5. Behind These Broken Feelings
  6. Respite
  7. Limited Horizons
  8. Confined To Ignorance
  9. Anger Inside
  10. Loss
  11. We`re Drowning In Oceans
  12. As Centuries Collide




Elegy Remains ist eine noch recht junge Metalcore-Band aus dem ostfriesischen Emden. Mit As Centuries Collide veröffentlicht das Quintett seinen ersten Longplayer nach der bereits 2010 erschienenen Demo-EP. Somit sind die Jungs von Elegy Remains keine völlig Unbekannten. Darüber hinaus ist der Fünfer besonders im regionalen Bereich eine gern gesehene und gut abgefeierte Liveband. So spielte man unter anderem bereits im Vorprogramm von Szenegrößen wie Neaera oder Kataklysm.

Ihre unheimliche Bühnenpräsenz stellten die Ostfriesen auch auf der CD-Release-Party anlässlich ihres Debüts unter Beweis. Elegy Remains lieferten einen kraftvollen, energiegeladenen Auftritt vor fast vollem Haus und verstanden es perfekt, ihrem Publikum kräftig einzuheizen und selbiges gut zu animieren. So war mit diversen Circle Pits, Walls of Death und Crowdsurfing-Einlagen sowie einigen Abstechern der Band ins Publikum für jeden was dabei, weshalb bei mir äußerst hohe Erwartungen an den neuen Silberling geweckt wurden. Diese wurden zwar nicht enttäuscht, aber auch nicht zu 100% erfüllt.

Das mit Klavierspiel einsetzende und sich langsam aber stetig im Tempo steigernde instrumentale Intro Collision macht seinem Namen spätestens mit der ersten Drumattacke alle Ehre. Nach gut anderthalb Minuten geht das Ganze fast nahtlos in Vortex über, welches sich zu einem wahren Metalcore-Brett entwickelt. Der Song besticht durch solides Drumming und wütend herausgeschriene Vocals, die hier und da mit recht geilen Growls gepaart werden, bevor das Stück überraschend in einem sehr melodiösen, ruhigen Outro mit cleanem Gesang endet. Das folgende Stream Of Deceit prescht zügig nach vorn und überzeugt mit einer gekonnten Melodieführung sowie hasserfüllten Vocals, die mit dezenten Death-Growls gespickt sind.

Stories Of Modern Ache ist thematisch eine gelungene Abrechnung mit der heutigen Gesellschaft, deren Ausrichtung nicht selten zu psychischen Erkrankungen führt, die für den Betroffenen kaum überwindbar aber zerstörerisch sind. Musikalisch wird der Song besonders durch den facettenreichen Gesang von wütend bis extrem tief und düster getragen. Das sich anschließende Behind These Broken Feelings tendiert zwar thematisch in eine ähnliche Richtung und kann auch instrumental überzeugen, wobei mir der nicht zu überhörende Death Metal-Einfluss besonders gefällt. Allerdings nimmt der cleane Gesang beim Refrain und gegen Ende des Songs deutlich Aggressivität aus dem Stück und ist für mich hier deplaziert.

Mit dem folgenden Respite gelingt zwar ein melodiöses, instrumentales Zwischenspiel, aber mehr als ein Intro zu Limited Horizons ist es dann doch nicht. Letztgenanntes setzt die Melodieführung zunächst fort und nimmt dann ordentlich Fahrt auf, wobei die Schießbude ruhig etwas mehr in den Vordergrund rücken könnte. Ansonsten wird der Track durch den Elegy Remains eigenen, zwischen wütendem Screaming und tiefen Growls wechselnden Gesang dominiert, der durchaus überzeugt. Mit Confined To Ignorance schließt sich ein solider Kracher an, welcher thematisch Platons Höhlengleichnis aufgreift und die Aktualität der Problematik beweist und darüber hinaus einen extrem geilen Chorus aufweist.

Anger Inside ist sowohl gesanglich als auch instrumental sehr abwechslungsreich gehalten. Allerdings könnte man auf die sparsam eingestreuten cleanen Gesangspassagen meines Erachtens ganz verzichten, da weniger doch manchmal mehr ist. Loss dagegen kann mich mit seinem düsteren Soundgewand, dem treibenden Drumming und den variantenreich gespielten Arrangements samt zweistimmigem Gesang (Screams und Growls) wieder voll überzeugen. Im folgenden, sehr schnell beginnenden We`re Drowning In Oceans, welches dennoch auf Melodien achtet, klagt die Band verzweifelt – politisch korrekt und aktueller denn je – die selbstzerstörerischen Kräfte und die Ignoranz des Menschen an, um schlussendlich in ein nahezu schicksalsergebenes Outro zu münden.

Den Abschluss des Albums bildet der Titeltrack As Centuries Collide. Hier vereinen Elegy Remains wesentliche Merkmale ihres Debüts: Abwechslungsreiche, dominierende Gitarrenparts, etwas im Hintergrund bleibendes Schlagzeug und facettenreicher Gesang, der mitunter dreistimmig (Screams, Growls und cleane Parts) ausfällt, bei einer insgesamt ausgewogenen Melodieführung.

Fazit: Zwar gelingt es Elegy Remains auf As Centuries Collide nicht ganz, ihre unglaubliche Liveenergie einzufangen, aber dennoch liefern die fünf Ostfriesen ein gelungenes, kraftvolles Debütalbum ab, welches vor allem durch ein hohes Augenmerk auf Melodien und abwechslungsreichen Gesang besticht. Auch die deutlich wahrnehmbaren Einflüsse aus dem Death Metal wissen zu überzeugen. An der ein oder anderen Stelle könnten die cleanen Passagen aus dem Gesang zwar ganz verschwinden und das Schlagzeug dafür etwas mehr in den Vordergrund rücken, aber insgesamt sollte man diese vielversprechende Band im Auge behalten. Und wer auf Material in Richtung Neaera, Caliban oder Heaven Shall Burn steht, sollte hier sowieso mal reinhören.

Anspieltipps : Vortex, Stories Of Modern Ache, Confined To Ignorance

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

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